Textilabfälle:
Warum Verbrennung
keine Lösung ist
In den letzten Jahren wurde die Verbrennung von Textilien häufig als „nachhaltige“ Lösung vorgeschlagen, da sie Energie erzeugen kann. Hinter dem Begriff der Energiegewinnung verbirgt sich jedoch ein Ansatz, der nichts zurückgewinnt: weder Material, noch Wert, noch Zukunft.
Was bedeutet die Entsorgung von Textilien
durch Energiegewinnung?

Die Entsorgung von Textilien durch Energiegewinnung basiert auf der Verbrennung von Textilabfällen in Anlagen, die als Müllverbrennungsanlagen oder Thermoverwertungsanlagen bezeichnet werden. Dabei wird Energie in Form von Wärme oder Strom erzeugt.
Auf den ersten Blick erscheint dieser Prozess nützlich. Tatsächlich beruht er jedoch auf einem einfachen Prinzip: Materie wird zerstört, um Energie zu gewinnen.
Im Fall von Textilien bedeutet dies den endgültigen Verlust von Fasern, Ressourcen und potenziell wiederverwertbaren Materialien.
Die Umweltauswirkungen der Textilverbrennung
Umweltschädliche Emissionen:
Die Verbrennung synthetischer Fasern kann CO₂, Dioxine, Schwermetalle und andere gefährliche Stoffe freisetzen.
(Quelle: Europäische Umweltagentur)
Sekundäre Abfälle:
Der Verbrennungsprozess erzeugt Schlacken und Aschen, die giftig sein können und kontrolliert entsorgt werden müssen.
Verschwendung von Ressourcen:
Jede verbrannte Faser ist eine verlorene Ressource, häufig nicht erneuerbar.
Nach Angaben des Center for the Promotion of Imports (CBI) landen 87 % der ausrangierten Textilien auf Deponien oder werden verbrannt, während nur 10 % im Sekundärmarkt verbleiben.
Die Zahlen des Problems:
Textilmüll in Europa
In Europa:
Der Anteil des Textilmülls, der auf Deponien landet, ist von 21 % im Jahr 2010 auf 12 % im Jahr 2022 gesunken.
Die Verbrennung ist im gleichen Zeitraum von 10 % auf 14 % gestiegen.

Die Verbrennung ist im gleichen Zeitraum von 10 % auf 14 % gestiegen.

(Quelle: Europäische Umweltagentur, ISPRA)
Viele der verbrannten Fasern stammen aus gemischten oder behandelten Materialien, die nicht für eine Rückgewinnung ausgelegt sind und daher fast automatisch der Verbrennung zugeführt werden.
Warum Verbrennung kein
zirkuläres Modell ist
Verbrennen bedeutet, einen Zyklus zu beenden, nicht ihn neu zu öffnen. Es handelt sich um ein lineares Modell, das als nachhaltig dargestellt wird.
Ein regenerativer Ansatz hingegen gestaltet Materialien so, dass sie zurückgewonnen und nicht zerstört werden können. Das setzt voraus:
- eine bewusste Auswahl der Rohstoffe,
- den Verzicht auf nicht trennbare Behandlungen,
- Produktionsketten, die mit der Regeneration kompatibel sind.
Genau auf diesem Prinzip basiert Infibrity: eine Technologie, die es ermöglicht, die Faser in ihrer ursprünglichen Länge zurückzugewinnen und mehrfach in den Produktionskreislauf einzuführen, ohne sie zu degradieren oder zur Energiegewinnung zu zerstören.
Schlussfolgerungen: Für Rückgewinnung gestalten, nicht für Entsorgung
Die Verbrennung von Textilien ist keine nachhaltige Strategie. Sie ist eine Abkürzung, die das Potenzial des Materials ignoriert.
Ein echter Wandel entsteht nur, wenn Produkte und Materialien für die Rückgewinnung konzipiert werden – nicht für die Entsorgung.
Quellen und Referenzen
- European Environment Agency – Statistiken zu Textilabfällen: eea.europa.eu
- CBI – Europäisches Marktpotenzial für recycelte Mode: cbi.eu
- ISPRA – Berichte zum Zustand der Umwelt in Italien: isprambiente.gov.it
- ScienceDirect – The 9R Framework for Circular Economy: articolo scientifico
